
Noch nie in der Geschichte gab es ein so großes Angebot an all Edel- und Schmucksteinen wie heute. Sie werden gesammelt, getragen, als Wertanlage aufbewahrt und in vielfältiger Art und Weise als Heilsteine oder zur Meditation benutzt. Dieses große Angebot ist jedoch Segen und Fluch zugleich, denn gleichzeitig waren noch nie so viele qualitativ minderwertige und manipulierte. Mineralien und Edelsteine im Handel.
Der Wunsch vieler Edelsteinkäufer, schöne Steine möglichst
preisgünstig zu erwerben, und das Bestreben der Händler Steine möglichst
gewinnbringend wieder verkaufen zu könne hat zu einer fatalen Entwicklung
geführt. Gerade dann, wenn gewisse Rohsteine verknappen oder bestimmte
Edelsteine besonders hoch im Kurs stehen, werden Steine vielfach manipuliert,
imitiert oder synthetisch hergestellt, um die Nachfrage zu befriedigen. Es
ist ein florierender Markt entstanden, der sich inzwischen in fast alle Bereiche
ausgebreitet hat. Wenn früher noch die Regel galt: »Je teurer ein
Edelstein, desto häufiger wird er gefälscht«, so ist die Entwicklung
heute bereits an einem Punkt angekommen, an dem selbst preisgünstige
Schmucksteine manipuliert werden, wo immer es geht. Der Mineralien- und Edelsteinmarkt
ist inzwischen durchsetzt mit Steinen, die nicht halten, was der angegebene
Name und das optische Äußere versprechen. Selbst im Handel finden
wir Imitiertes neben Echtem, Behandeltes neben Naturbelassenem.
Einige Manipulationen bei Edelsteinen dürfen sogar legal verschwiegen
werden. Die gesetzlichen Vorschriften zur Bezeichnung von behandelten Steinen
orientieren sich an den Gepflogenheiten des Handels. Dieser hat schon vor
vielen Jahren auf eine drohende gesetzliche Reglementierung reagiert und in
einem Akt freiwilliger Selbstkontrolle eine nationale RAL-Verordnung beschlossen.
Sie wurde zuletzt 1963 überarbeitet und ist seither nicht mehr aktualisiert
worden.
Möchte ein Edelsteinkäufer also genau wissen ob ein Stein unbehandelt
ist oder nicht, so ist er auf die Bereitschaft des Händlers angewiesen,
die oftmals verkaufshemmende Kenntnis (so vorhanden) zu offenbaren.
Behandlungsmethoden
Ölen - um Risse zu verbergen und die Transparenz zu
erhöhen; z.B. Smaragd (N/D)
Paraffinieren - zur Intensivierung der Eigenfarbe und des
Oberflächenglanzes; z.B. Lapislazuli (N)
Stabilisieren - zur besseren Verarbeitung und Intensivierung
der Farbe; z.B. Türkis (D)
Rekonstruktion - neu Zusammenfügen (verschmelzen) aus
z.B. Schleifstaub; z.B. Bernstein (D)
Färben - oberflächlich oder Tiefenfärbung;
z.B. Achat (D)
Brennen - Veränderung der Farbe oder Transparenz; z.B.
Amethyst (N)
Bestrahlen - (Gamme, Röntgen, UV, Neutronen) Farbintensivierung;
z.B. Topas (D)
Synthese - synthetischer Nachbau natürlicher Vorbilder;
z.B. Bergkristall (D)
Imitation - Kunstprodukte aus Glas oder Keramik; z.B. Opal-Dubletten
(D)
(N) Nicht Deklarationspflichtig; (D) Deklarationspflichtig
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