Foret
de Huelgoat
Der Foret de Huelgoat, das Land der Mythen und Legenden.
Der Rest der großen innerbretonischen Wälder eignet sich
vorzüglich für kleine Wanderungen und Spaziergänge.
Machen Sie sich zuerst in Huelgoat im Office de Tourisme, Mouline
du Chaos, umfassend in deutsch oder englisch kundig, welche bizarren
und malerischen Plätze Sie auf keinen Fall auslassen sollten.
Mouline du Chaos, das Felsenmeer aus Granit, begleitet Sie beeindruckend
auf allen Wegen, als hätten Riesen ihr Spielzeug achtlos rumliegen
lassen. Gehen Sie über die Eisentreppe in die unheimliche Grotte
du Diable (Teufelsgrotte) und lauschen Sie dem eigentümlichen
Gurgeln des Baches tief unter den Felsen. Den Roche Tremblante (schwankender
Fels), der mit seinen 100t nur auf schmalem Grad ruht, in Bewegungen
zu bringen gelang uns zwar nicht. Dafür hat uns Crepe und Cidre
in der nahen Wald-Gastwirtschaft köstlich mit unserer Unfähigkeit
versöhnt. Auf dem Liebespfad (Sentier des Amoureux) sind wir
dann zur Grotte d` Artus gewandert und haben dort ein offensichtlich
angekifftes Pärchen bei ihrem Musik-Happening gestört. In
unmittelbarer Nähe hat vermutlich eine Ufobesatzung im Granit
ein Selbsportrait hinterlassen. Warum nicht. Wo doch selbst die Wildschweine
in kristallklarem Wasser baden (Mare aux Sagliers), ist fast alles
vorstellbar.
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Foret de Huelgoat
(Karte) |
| Menhir
von Kerampeulven
Bevor Sie von Berrien nach Huelgoat einfahren, können
Sie einen Abstecher von der D14 nach Kerampeulven zum 5m hohen Menhir
machen. Im Wald steht er beim Parkplatz, einsam aber beeindruckend.
Wenn Sie wie wir mit dem Wohnmobil reisen, dann bietet
sich der Camping De la Riviére D’Argent, ca. 3 km von
Huelgoat an der Strasse nach Poullaouen an. Morgens wurden wir mit
Baguette versorgt und auch sonst fehlte es an Nichts. Wir haben diesen
Ort zu unserem Stützpunkt für Erkundungen des Foret de Huelgoat
und für Tagesausflüge erkoren.
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Menhir von Keramlpeulven
(Karte)
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| Brennilis
Den Dolmen Ty-Ar-Boutiged haben wir erst im dritten
„Anflug“ gefunden. Von der D764 kommend zweigt man gleich
nach der Ortseinfahrt in Brennilis links zum Dorf Bellevue ab, wenn
nicht gerade Straßenbauarbeiten die Beschilderung verdecken.
Rechts ist dann gleich der sich lohnende Dolmen ausgeschildert. Die
Besonderheit dieses Dolmens ist, dass in seinem Inneren ein Menhir
wie selbstverständlich steht. Unsere drei Versuche sich ihm zu
nähern waren nicht vergeblich.
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Brennillis, Ty-Ar-Boutiged
(Karte) |
| Commana
Diese Allee couverte gilt als eine der schönsten
der Bretagne. Nicht nur wegen seiner beeindruckenden Dimension von
11m Länge mit 18 Granitwandplatten, sondern auch wegen seiner
großartigen Verzierungen (Dolche, Brustpaare) und seiner Zuordnung
zur Muttergottheit.
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Commana,
Allee couverte von Mougou Bihan
(Karte) |
| Guimiliau
In dem kleinen Ort findet man einen der berühmtesten
umfriedeten Pfarrbezirke der Bretagne. Der Pfarrbezirk von Guimiliau
wird von keinem anderen an Figurenreichtum übertroffen und bietet
auch als Ganzes einen prächtigen Anblick. Für den 1581-1588
mit 200 Figuren gebauten Kalvarienberg sollte man sich ausreichend
Zeit nehmen, denn das Auge wird nicht satt, wenn man erst den Besichtigungshinweis
der kirchlichen Buchhandlung in Händen hält und vieles mit
wissenden Augen anschaut. Was den Augen Recht ist, soll auch dem Magen
nicht verwehrt bleiben. In den nahe liegenden Restaurants warteten
Bretonische Köstlichkeiten mit Blick auf den Kalvarienberg auf
uns. Ein Genus in jeder Hinsicht.
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Umfriedeter Pfarrbezirk von Guimiliau
(Karte)
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Erdeven
/ Kerzerho
In Erdeven werden die Steinreihen noch nicht hinter
Gittern gehalten. Sie verlaufen bis an die Strasse (Parkplatz) und
sind dem Touristenstrom schutzlos ausgesetzt. Selbst im Wald haben
die Menhire keine Intimsphäre. Der Wald geleitet uns wie selbstverständlich.
Erst nach einer Weile des Waldweges zeigten uns dann Schilder am Weg,
dass wir auf dem richtigen Weg zum Mane-Braz sind (und zum Weihnachtsmarkt
wären). Jetzt waren es nur noch wenige Schritte bis zur Anhöhe
zum Mane-Braz. Ein beeindruckendes Ensemble mehrerer Dolmen und/oder
Steingräber. Mir war der Ort nicht gewogen. Auf einem Stein zum
fotografieren steigend, hat mich der Geist dieses Ortes wieder zur
Ordnung gerufen und kurzer Hand ins Gras geworfen.
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Carnac-Erdeven
(Karte)

Erdeven - Mane Braz
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Carnac
Le Menec
Carnac
Kermario
Alignements du Menec ist erst der Anfang
einer den logischen Verstand überfordernden, langen und breiten
Reihe von Menhirfeldern (Le Menec, Kermario und Kerlescan). Dreitausend
Monolithen, die vor 6000 Jahren in Reihen aufgestellt wurden, warten
immer noch auf eine logische Erklärung unserer doch so fortschrittlichen
Zivilisation. Bis heute wissen wir noch nichts mit letzter Gewissheit.
Warum und wozu bleibt im Dunkel unserer finsteren Vergangenheit. Auch
wenn über die Jahrtausende noch so abstruse Theorien, entsprechend
der jeweiligen Zeit entstanden sind, eine Erklärung der Steine
haben auch sie nicht geliefert. Brauchen wir eigentlich eine solche?
Warum kann es uns nicht genügen, dass sie vor sehr, sehr langer
Zeit nicht dort waren, dann waren und heute sind, so wie sie sind
und einmal werden sie nicht mehr da sein. Bis dahin dürfen wir
uns freuen, dass wir noch staunen können.
Im Zoo schützt man die Menschen vor den Raubtieren. In Carnac
schützt man die „Raubtiere“ vor dem Menschen. Die
Alignements werden konsequent hinter einem Drahtzaun gehalten um sie
vor den zweibeinigen Massen-Schädlingen zu schützen. Mit
den Augen jedoch kann man gut die Dimensionen der Felder in der Natur
ermessen. Im Carnac Tourist Information Centre (Menec) hat man auch
die Möglichkeit die Ausdehnungen in Dioramen zu bestaunen.
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Carnac-Menec Alignements
(Karte)

Carnac-Kermario Alignements
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Locmariaquer
Kann es nach der Gigomantie der Steinreihen
von Carnac noch etwas Größeres geben? Ja, auf der Halbinsel
Locmariaquer am Golf von Morbihan drängen sich ein gutes Dutzend
bedeutender Steindenkmäler. Nicht alle haben wir diesmal besucht,
aber die Wenigen hatten es in sich.
Dolmen de la Pierres-Plates
Gleich neben dem Dolmen de la Pierre-Plates gibt es
an der Route de Kerhere am Meer einen Stellplatz wo sie 24 Stunden
ihr Wohnmobil abstellen, dürfen (frühzeitiges Erscheinen
sichert noch einen Stellplatz; Juni). Wenn Sie zum Pierres-Plates
in 5 min gehen, denken Sie an eine Taschenlampe. Wir haben sie zum
Schutz unserer Köpfe benötigt und um die reichhaltigen Verzierungen
an den Wänden betrachten zu können. Gehe Sie einmal in diese
Galerie der megalithischen Kunst unter Tage.
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Karte
Stellplatz-Karte

Dolmen de la Pierres-Plates
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Locmariaquer
Table des Marchands
Wenn wir schon im dunkeln sind, dann können wir
das mit dem Table des Marchands noch fortsetzen. Seinen Namen hat
er von der enorm großen Steinplatte, welche die „Grabkammer“
bedeckt. Bei einer Deckenhöhe von 2,50 m hat man genügend
Bewegungsfreiheit die Verzierungen an Decke und Wänden staunend
zu observieren. Hier schließt sich der Kreis, denn die Kunst
im Pierres-Plates zeigt eine abgeleitete Zeichenserie.
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La Table des Marchands
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Locmariaquer
Grand Menhir
Dieser Riese unter den bretonischen Menhiren war mehr
als 20 m lang und 350 Tonnen schwer. Er liegt in vier großen
Stücken auf der Erde. Man glaubte, in ihm das Zentralelement
eines die Bauwerke von Carnac und Locmariaquer verbindenden astronomischen
Systems zu sehen. Nach neuen Forschungen haben die Menschen der Jungsteinzeit
selbst den Menhir zerteilt, um mit seinen Stücken Dolmen zu bedecken.
Eine Theorie, die durch die Entdeckung der verbundenen Gravuren von
Gravinis und La Table des Marchands bestärkt wird.
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Le Grand Menhir |
Saint-Just
- Camping
Les Landes de Cojoux
Die Gemeinde Saint-Just besitzt eine der schönsten
Megalithanlagen der inneren Bretagne. Wäre da nicht die Empfehlung
von Michael Gienger gewesen, dem deutschen „Edelstein-Papst“,
Saint-Just wäre für uns nur einer der vielen Flecken auf
der Landkarte geblieben. Wenn wir es überhaupt registriert hätten.
Es ist auch nicht gerade einfach zu finden. Allein der Besuch des
Tourismusbüros des Ortes ist ein Erlebnis. Die junge Frau des
Hauses ist ein Genuss. Mit sichtbar zunehmender Begeisterung konnte
sie unsere Fragen, in der uns gemeinsam ungewohnten englischen Sprache,
ausreichend beantworten. Wir gingen bestens informiert und präpariert
zurück zu unserem Camping Les Landes de Cojoux. Am nächsten
Morgen begannen wir dann, das Gelernte vom Campingplatz aus in einer
Exkursion von ca. 2,5 Stunden und 5 Etappen gemächlich umzusetzen.
Begrüßt haben uns die drei Alignement du Moulin. Eine nördliche,
bestehend aus 15 Quarzblöcken mit Kristallisationen. Eine südliche
Reihe aus schönen Schieferblöcken errichtet. Und eine aus
5 Blöcken, senkrecht zu den andern beiden, vervollständigen
das Ensemble bei der alten Mühle. Ein wahrlich eigenartiger Ort.
Wie kann man erklären, dass das Pendel bei der letzteren Reihe
in seinen Schwingungen pumpt? Gehen wir weiter zu den Demoiselles
de Cojoux, zwei schönen Jungfrauen die durch göttliches
Gericht zu Stein verwandelt wurden, weil sie statt eines Vesperbesuchs
auf der Heide tanzten. Nächste Etappe ist das Chateau-Bu, ein
in der Bretagne einzigartiges Monument. Nach der Legende wurde hier
jedes Jahr ein Kalb geopfert. Erst die Grabungen können seine
ehemalige Rolle als Tempel oder Grabstätte präzisieren.
Croix Saint-Pierre sind drei unterschiedlich gestaltete Seinsetzungen.
Interessant ist auch Le Tribunal. Die Steine und ihre Formen sind
eigenwillig. Die Anordnung im Halbkreis lässt ein Observatorium
vermuten. Anders Four Sarrazin, ein eigenwilliges Megalithgrab mit
seitlichem Eingang.
Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Motorroller
zu der etwa 3 km abgelegenen Allée Couverte de Tréal
gefahren und dort im Wald zu der schönen Schiefer-Allee gewandert.
Sie hat 24 Steinplatten und 15 Decktische.
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Alignement du Moulin
Le Tribunal
Saint-Just - Allée Couverte de Tréal
(Karte)
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| Broceliande
- Trehorenteuc
Broceliande finden sie auf keiner amtlichen Landkarte.
Doch kommen Sie mit in den Foret de Paimpont – dann haben Sie
eine Chance, Broceliande nahe zu sein. Es ist ein Wald, den man in
sich selbst trägt und dem man immer hofft zu begegnen. Er ist
ein Wald des Traums und der Verzauberung. In Broceliande vermischen
sich die Fäden der Natur, der Geschichte und der Legenden, sie
vereinigen sich, sie antworten und sie durchdringen sich gegenseitig,
um unaufhörlich die Faszination des Waldes und der Bäume
neu zu bilden. Die Vorstellungskraft unserer Träume verwurzelt
sich in einer Landschaft. Im Broceliande verankert sich die Legende
in den Felsen, den Gewässern und dem Baum.
Brocelliande, das ist eine Naturlandschaft, eine geschützte Region,
durchzogen von bezeichneten Wanderwegen, aber auch und vor allem von
den Sagen um König Artus und dem Gral. Es ist ein Land, aufgetaucht
aus den Tiefen der Zeit, Land, das sein Wesen, seine Wurzeln, seine
Farben und Wunder bewahrt hat. Wie Trehorenteuqc, eine Gemeinde die
das ländliche Erbe bewahrt hat. Sie ist Ausgangspunkt für
viele Wanderwege. Die Kapelle von Trehorenteuqc ist als „Kapelle
des Gral“ bekannt und trägt die vielsagende Inschrift „die
Tür ist innen“. Zwischen 1942 und 1962 hatte sich der Dorfpfarrer
Abbe Gillard mit Leib und Seele der Landschaft und ihren keltischen
Mythen verschrieben. Er restaurierte die Kirche, wobei er die Legenden
der Gegend und die Geschichte des Heiligen Gral verknüpfte. Ein
deutschsprachiger Führer aus dem gegenüberliegenden Tourismusbüro
erklärt ausführlich die Bildersprache und Symbolik der Kapelle.
Das Tal ohne Wiederkehr
(Le Val sans Retour). Ein tief eingeschnittenes Tal mit einem teils
abenteuerlichen. schönen Wanderweg von etwa 3 bis 4 km. Das Tal
kann zu bestimmten Zeiten im Jahr überflutet sein. Seinen Anfang
nimmt das Tal beim Goldenen Baum (Arbre d’or).
Die Quelle von Barenton.
Vom großen Parkplatz bei Folle Pensee führt ein 20 min.
Waldweg zur Quelle. An diesem Ort haben sich Merlin und Viviane getroffen.
Man sagt die Quelle kocht (aufsteigende Blasen) und wenn Unvorsichtige
Wasser auf den Findling neben der Quelle gießen (Merlins Perron)
kann es zu einem Unwetter kommen. In der Nähe bei Folle Pensee
liegt auch der entzückende Camping Barenton.
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Trehorenteuc, Foret de Paimpont

Chateau
de Comper, Centre de L'Imaginaire Arturian

Broceliande - Zauberwald
(Karte)
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Chartres
Nach all den erhebenden Eindrücken unserer Reise
haben wir uns den erhabensten zum Abschluss aufgehoben. Die Kathedrale
von Chartres wird nicht nur in der einschlägigen Literatur viel
gelobt, sie ist auch für uns ein einmaliges Bauwerk mit einer
tief anrührenden Ausstrahlung. Es war vielleicht die intensive
Beschäftigung mit dieser Kathedrale im Vorfeld unserer Reise
oder ihre heilige Geometrie oder der göttliche Funke der uns
beseelt hat, in der Kathedrale des Kosmos oder ..... Wir lassen es
einmal ungeklärt. Sicher ist nur, dass die Kathedrale uns täglich
auf den höchsten Punkt der Stadt gezogen hat, 4 km zu Fuss vom
Campingplatz aus - 4 Tage lang. Es war schier wie eine Sucht. Ein
vergleichbar starkes Gefühl hatte ich nur in der Kathedrale von
Wells in England. Nur konnte ich es dort noch nicht zur Gänze
interpretieren und in das Weltbild eines Atheisten einbauen. Ganz
anders hier. Jeder Erklärungsversuch lenkt nur ab von dem Hier
und Jetzt. "Sein" allein ist die Antwort.
Kommt man durch das Hauptportal aus dem gleißenden
Tageslicht in das zunächst dunkel anmutende Hauptschiff der Kathedrale,
betritt man eine gewandelte Welt. Es dauert einen Moment bis sich
die Augen neu fokussiert haben. Einen besonderen Reiz hat dieser Augenblick,
wenn die Orgel gerade spielt, ein Chor zufällig singt oder in
diesem Moment eine Andacht abgehalten wird. Wie das geänderte
Licht die Netzhaut einstellt, so stellt sich unweigerlich eine Gänsehaut
am Körper ein.
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Cathedrale Notre-Dame de Chartres
(Karte) |
Chartres
- Labyrinth
Eine erste Näherung an das Labyrinth kann mit diesem
Artikel gelingen. Oder die zweite und intensivere Annäherung
vielleicht durch eine Geschichte.
Eventuell hilft aber auch ein Bild
weiter. Der Beste und intensivste Weg zur eigenen Mitte aber ist der
eigene Weg durch das Labyrinth von Chartres. Immer wieder freitags
ist der große Tag. Dann werden die Stühle, die das Labyrinth
nur erahnen lassen, zur Seite geräumt und die Wissenden haben
freie Bahn. Schon am frühen Morgen finden sich viele Menschen
ausschließlich zu diesem Fest ein. Es bildet sich schnell eine
geduldige Menschenschlange, welche geordnet und mit Andacht dem langen
Weg durch die Windungen und Wendungen des Labyrinths zustrebt. Ist
man an der Reihe sich auf die Reise zu begeben, dauert es mitunter
ein paar Minuten, bis man seinen eigenen Rhythmus und sein Tempo in
der Vielzahl der anderen „Reisenden“ gefunden hat. Aber
auch das ist meditativ wie der gesamte Weg. Es stellt sich eine innere
Ruhe ein, von der viele Autoren berichteten. Dem Einen oder Anderen
rinnen Tränen runter. Es ist eigenartig, denn sie sind nicht
durch Trauer ausgelöst. Eher greift hier die Freude, sich gemeinsam
aber doch alleine auf diesem Weg zu sich selbst zu befinden. Da die
„normalen“ Besucher der Kathedrale und des Labyrinths
zu jeder Zeit ihren Weg in diesem Haus frei wählen dürfen,
benutzen sie auch mit ihrer Unwissenheit und mit Unbedarftheit das
Labyrinth mit. Sie stören dennoch nicht, denn meist verlieren
sie schnell die Lust an ihrer eigenen Entwicklung. Als älterer
Mann, der mit nackten Füßen seinen Pilgerweg langsam zur
Mitte geht, habe ich nur Mitleid für die Menschen übrig,
die eine große Chance für sich negieren und sich lieber
den vermeintlich schneller erreichbaren Verlockungen zuwenden. Ich
habe nach langem Weg die Mitte des Labyrinths erreicht.
Wenn wir sie zu einer besonderen Pilgerreise für nächstes
Jahr (2009) verführt haben, dann schauen sie doch bei Reisen
mit Gernot
Candolini vorbei.
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Labyrinth Notre-Dame de Chartres |
© 1999-2008S. Schicht-Kammerer, STONEDANCE.DE